Die Katharinenkirche Oelsnitz 

Eines der ältesten Gebäude von Oelsnitz/Vogtl. ist die Katharinenkirche. Sie befand sich außerhalb der Stadtmauern direkt vor dem Egerer Tor. Durch diese abseitige Lage überstand der Bau aus den Jahren 1612 bis 1616 alle Stadtbrände und die Kriegsverheerungen.

Die Überlieferung des Gotteshauses als Spittel- oder auch Hospitalkirche verweist auf die unmittelbare Nachbarschaft zum alten Hospital, welches als Siechenhaus außerhalb des dicht besiedelten Stadtzentrums lag. Die Bezeichnung „Todtenkirchlein“ erinnert an den anschließenden Friedhof, der von 1538 bis 1891 benutzt wurde. Die geschützte Lage der Stadt war nicht nur ein Vorteil: Ab 1798 war die Katharinenkirche Verpflegungslager und Magazin für das Militär, 1813 Lazarett für Verletzte der Völkerschlacht bei Leipzig, 1818 stapelten sich Heu und Stroh bis unter die Decke. Die dadurch beschädigte Bausubstanz konnte erst saniert werden, als 1819 der russische Zar Alexander 1000 Taler zur Sanierung stiftete. 1820 wurde die Kirche neugeweiht und war nach Aussage des ehemaligen Oelsnitzer Diakons Arthur Däberitz (1875 bis 1939) erst alle drei Wochen, dann an jedem Sonntag Ort eines Gottesdienstes. Die kirchliche Nutzung wurde in den Zeiten der DDR immer weniger. Ab den 1960er Jahren diente St. Katharina erneut nur zu Lagerzwecken, ehe nach 1990 umfangreiche Erhaltungsmaßnahmen begannen.

Innenansicht

Am 7. Juli 2007 ging ein lang gehegter Wunsch der Oelsnitzer in Erfüllung: Mit einem Festkonzert der Chursächsischen Philharmonie Bad Elster wurde das neue Gemeinde- und Veranstaltungszentrum Katharinenkirche eingeweiht. Das nunmehr nicht mehr als Kirche genutzte Haus wird damit gemeinsam von der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde und der Stadt Oelsnitz/Vogtl. genutzt. Die Sanierung und Modernisierung kostete fast eine Million Euro. Im Chorraum und Kirchenschiff blieb das historische Bild erhalten, auf eine zuerst geplante Zwischendecke wurde verzichtet. Die Galerie erhielt eine Gestaltung mit Metall und Glas, eine flexibel einsetzbare Bestuhlung bietet für 196 Besucher Platz. Als Anbau entstand ein Funktionsgebäude mit Mehrzweckraum, Künstlergarderoben, Toiletten und Heizung. Verbunden sind Alt- und Neubau durch einen gläsernen Zwischenbau. Seit mehr als drei Jahren ist die Katharinenkirche Ort für Konzerte, Lesungen, Ausstellungen. Im Jahr 2010 wurde die Akustik im neuen Kleinod der Stadt Oelsnitz/Vogtl. deutlich verbessert.

Quelle: www.oelsnitz.de